Vereinsgeschichte

Historie

Die “Wehrsportgemeinschaft Münsingen e.V.”, kurz WSG genannt, wurde 1970 mit dem Zweck gegründet, die Schießfertigkeit seiner Mitglieder mit Großkaliberwaffen auf sportlicher Grundlage zu fördern und zu pflegen sowie schießsportliche Veranstaltungen aller Art abzuhalten. Hinzu kommen noch vereinsinterne Veranstaltungen. Die Idee selbst und damit verbundene Aktivitäten sind allerdings einige Jahre älter.

Der Verein arbeitet mit gleichgesinnten Vereinigungen zusammen. Er ist Mitglied im Württembergischen Schützenverband 1850 e.V. und im Württembergischen Landessportbund e.V. und zählt sich zum Schützenkreis Lichtenstein. Grundlage für alle schießsportlichen Aktivitäten ist die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes e.V. (DSB).

Die WSG Münsingen auf der nahegelegenen Standortschießanlage im Truppenübungsplatz

Von der Gründungsphase bis in das Jahr 1989 hinein bestanden freundschaftliche Verbindungen mit einigen in der
Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen stationierten Bundeswehreinheiten, was sich auch an einer relativ hohen Mitgliederzahl an aktiven Soldaten widerspiegelte. Daraus ergab sich, dass die Wehrsportgemeinschaft Münsingen e.V. sogar an Truppenübungsplatzaufenthalten unter Aufsicht der Bundeswehr aktiv teilnehmen durfte – so zum Beispiel am 28. Mai 1979 mit dem PzArtBtl 285 in Grafenwöhr. Ferner konnte der Schießstand in der Kaserne (Kleinkaliber) und auch Stände auf dem nahegelegenen Übungsplatz genutzt werden. Möglich gemacht haben dies in Münsingen stationierte Offiziere und Unteroffiziere, die in dieser Zeit Mitglied der WSG waren. Ab 1990 bis 1998 ruhte die Vereinstätigkeit. 

Ausschlaggebend war die vorzeitige Abkommandierung des damals 1. Vorsitzenden (aktiver Soldat), dessen Nachfolge keiner der Mitglieder antreten wollte. So übernahm der Vereinsgründer Wilhelm Noack, obwohl gesundheitlich angeschlagen, wieder die Vereinsführung. Als Folge seiner Erkrankung ließen die Kontakte und schießsportlichen Aktivitäten – in erster Linie mit der aktiven Truppe – nach. 

Seit Wiederaufnahme der Vereinsarbeit im Jahre 1999 unter neuem Vereinsvorsitz finden wieder regelmäßige Übungsschießen statt. Ferner wird die Geselligkeit und Kameradschaft durch die Teilnahme an Schießsportwettbewerben gefördert und gepflegt.

Das Wappen und seine Bedeutung

Nach der Gründung regte sich bald der Wunsch, ein kennzeichnendes Abzeichen zu schaffen und damit die Zugehörigkeit zu einem Verein/einer Gemeinschaft auch nach außen zu zeigen.

Die sehr engen Kontakte zu den in Münsingen beheimateten Bundeswehreinheiten in jener Zeit werden auch im Vereinswappen deutlich. Von Wilhelm Noack wurde ein Wappen entworfen, das den Abzeichen der Bundeswehr sehr ähnlich ist. Eingerahmt durch die Bundesfarben Deutschlands (schwarz, rot und gold) haben die Symbole folgende Bedeutung

  • Das Kreuz symbolisiert Fairness und Ritterlichkeit
  • Das römische Kurzschwert weist auf die Wehrhaftigkeit hin
  • Die Geweihstange aus dem Wappen der Stadt Münsingen stellt die Verbundenheit mit der Stadt dar

Namensfindung

Am 01. Januar 1970 wurde der Verein unter dem Namen “Wehrbürgergruppe 1” (WBG 1) gegründet – eine Vereinigung von Offizieren, Unteroffizieren, Soldaten, Reservisten der Bundeswehr und zivilen Bürgern aus Münsingen und Umgebung, die sich die außerdienstliche Förderung des Schießens mit Armeewaffen zur Aufgabe gestellt haben; sogar ein Münsinger Bürgermeister war Mitglied! Im April 1974 folgte die Umbenennung in “Wehrsportgemeinschaft Münsingen” – am 01. April 1975 wurde dies satzungsmäßig konzipiert und es erfolgte ein Eintrag in das Vereinsregister.

Richtungsweisend waren die Ende 1969 aufgenommenen Kontakte mit Schützen aus der gleichnamigen Stadt Münsingen in der Schweiz (Kanton Bern). Nach längeren organisatorischen Vorarbeiten durch den damaligen Reserveoffizier Wilhelm Noack wurde eine Besuchsausfahrt in die Schweiz unternommen. Ziel dieser Fahrt war eine Kontaktaufnahme von deutschen Münsingern mit schweizerischen Schützen, ein Messen der Kräfte in einem Vergleichsschießen und der persönliche Gedankenaustausch. Diese ersten Kontakte mit den schweizerischen Schützen und einem im Juli 1970 stattgefundenen Schützentreffen in der CH führten wiederum zur Begegnung mit der schweizerischen Militärschützengesellschaft.

Bereits im August 1971 trafen sich Mitglieder der schweizerischen Militärschützengesellschaft Münsingen/CH mit Schützen der WBG1 im Offiziersheim der Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen (D). Am Tag darauf wurde auf den Ständen des Truppenübungsplatzes Münsingen ein Armeewaffenwettkampf ausgetragen.

Im August 1972 wird W. Noack vom Unteroffiziersverein (UOV) Münsingen (CH) zu einem militärischen Dreikampf eingeladen. Bereits im August 1975 wurde eine Abordnung des UOV Münsingen (CH) in Münsingen (D) zum Gegenbesuch empfangen. Die schweizerischen Offiziere und Unteroffiziere mit ihren Damen waren einer Einladung der Wehrsportgemeinschaft Münsingen (WSG) gefolgt. Dank der Unterstützung des PzBtl 304 und der PzJgKp 500 war es möglich, den Gästen Einblick in unsere Bundeswehr zu gewähren. Diese freundschaftlichen Bande zwischen der WSG und dem UOV wurden weiter gefestigt. Gegenseitige Besuche und Wettkämpfe über die Grenze hinweg wurden bis 1990 gepflegt.

Die Mitglieder im UOV erhalten die Möglichkeit, sich außerdienstlich auf den Militärdienst vorzubereiten. Mit ihrem Mitwirken im UOV trainieren sie ihr militärisches Können in Theorie und Praxis.

Ankunft der schweizer Gäste vor der Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen...
... beim Messen der Kräfte bei einem Vergleichsschießen auf den Ständen des Truppenübungsplatzes Münsingen...
... und gemütlichen Beisammensein.

Heutiger Vereinsname

Im April 1974 hat Wilhelm Noack den in der Schweiz nicht unüblichen Begriff “Wehrsport”, in die Vereinsbezeichnung übernommen und die “Wehrbürgergruppe I Münsingen” in “Wehrsportgemeinschaft Münsingen” umbenannt.
Fatalerweise kam die Bezeichnung “Wehrsport” Ende der siebziger Jahre durch die bekannten Gruppierungen, welche das staatliche Gewaltmonopol der BRD nicht anerkennen wollten, in schlechten Ruf.

Ergänzend ist noch zu erwähnen, dass der Verteidigungsattaché der schweizerischen Botschaft in der BRD (Köln) im März 1976 ein Schreiben an das Bundesministerium der Verteidigung gerichtet hat, mit der Bitte, die WSG organisatorisch der Bundeswehr zuzurechnen.

Der Name “Wehrsportgemeinschaft Münsingen” ist dem Verein bis heute erhalten geblieben.

Vom damaligen Bügermeister Kälberer (ganz rechts) und Vereinspräsident Wilhelm Noack (dritter von rechts) herzlich im Rathaus empfangen: Der Unteroffiziersverein aus dem Schweizer Münsingen - August 1975